Patienten, die über einen längeren Zeitraum liegen, entwickeln häufig ein Druckgeschwür. Wechseldruckmatratzen spielen deswegen in Krankenhäusern und Pflegeheimen als Hilfsmittel eine wichtige Rolle, um Dekubitalulzera etwas entgegen zu setzen.

Wer sich für eine Dekubitusmatratze entscheidet, möchte einem Druckgeschwür vorbeugen bzw. es behandeln. Es gibt unterschiedliche Systeme und Arten von Dekubitusmatratzen. Dazu zählen auch die sogenannten Wechseldruckmatratzen, die aus mehreren aneinander gereihten Luftkammern bestehen. Diese lassen sich über eine integrierte, elektrische Pumpe abwechselnd befüllen und entleeren, sodass sensible Körperregionen – dazu zählen etwa Schulterblätter, Hüfte, Ferse und Gesäß – regelmäßig be- und entlastet werden. Dadurch lässt sich ein bestehender Dekubitus behandeln und weiteren Druckgeschwüren vorbeugen, weil betroffene Hautregionen geschont werden. Gerade bei älteren oder immobilen Menschen, deren Selbstumlagerung nicht leicht oder gar nicht möglich ist, sind Wechseldruckmatratzen ein wertvolles Hilfsmittel.

Funktion von Wechseldruckmatratzen

Die Pumpensysteme von Wechseldruckmatratzen verfügen über unterschiedliche Einstellungen (manuell, automatisch, statisch) und ermöglichen so, die optimale Befüllung und Druckverteilung der Matratze in Abhängigkeit von Gewicht und Liegeposition des Patienten einzustellen. Dadurch unterstützt sie pflegerische Tätigkeiten und hilft dem Patienten, den Druck von bestimmten Körperregionen zu nehmen sowie leichter die Seiten- oder Bauchlage einzunehmen.

Bei Wechseldruckmatratzen gibt es sowohl Zwei-Kammer- als auch Drei-Kammer-Systeme, wobei entweder eine oder zwei Kammern mit Luft befüllt werden und jeweils eine Kammer leer bleibt. Im Abstand von etwa 10 bis 20 Minuten entleeren die Pumpensysteme die Kammern und füllen die leeren Kammern neu mit Luft. Dadurch werden beim Betroffenen andere Körperregionen be- bzw. entlastet und die Blutzirkulation beeinflusst. Je nach gewünschter Auflagefläche und der daraus resultierenden Entlastungswirkung gibt es bei Wechseldruckmatratzen die Auswahlmöglichkeit zwischen groß- und kleinzelligen Kammern.

Welche Vor- und Nachteile bieten Wechseldruckmatratzen?

Besonders vorteilhaft ist, dass Wechseldruckmatratzen aufgrund ihrer Luftkammern über ein geringes Gewicht verfügen, sich einfach transportieren und handhaben lassen. Zudem kann das Körpergewicht flexibel eingestellt werden. Die teilweise Druckentlastung schont sensible Körperpartien, sodass sich bereits vorhandene Druckgeschwüre zurückbilden können. Darüber hinaus ist es für viele Schmerzpatienten eine schonende Methode, eine Druckentlastung herbeizuführen.

Trotz ihrer vielen Vorteile, eignen sich Wechseldruckmatratzen nicht für jeden bettlägerigen Patienten. Für Menschen mit Wahrnehmungsstörungen, beispielsweise nach einem Schlaganfall, oder Alzheimer-Patienten, ist diese Art der Dekubitusmatratze möglicherweise nicht die richtige Wahl, weil bei längerem Gebrauch das Gefühl für die eigenen Körpergrenzen beeinträchtigt werden kann. Die Betriebsgeräusche, die durch das Auf- und Abpumpen entstehen, können für sensible Personen ein Störfaktor sein.

Gegen Dekubitus – mit der Wechseldruckmatratze von Dikatec Medizintechnik

Mit der Wechseldruckmatratze OptiCell 4 NX der Firma Järven Health Care bietet Dikatec Medizintechnik eine alternierende, druckentlastende Wechseldruckmatratze, die mit einer Stärke von 20 cm direkt auf dem Lattenrost aufliegt. Mit einem Schallpegel von 21 Dezibel ist sie besonders leise. Zum Vergleich: Menschliche Atemgeräusche erzeugen 25 Dezibel. Die OptiCell 4NX eignet sich als Hilfsmittel, um Dekubitus bis einschließlich Grad 4 vorzubeugen und zu behandeln.

Neben Wechseldruckmatratzen gibt es weitere Arten von Dekubitusmatratzen:

  • Weichlagerungsmatratzen bestehen aus Schaumstoffteilen und einem stabilen Rand. Es werden spezielle viskoelastische Schäume verwendet, die ein tiefes Einsinken ermöglichen und so Reibung und Druckstellen minimieren. Es gibt Würfelmatratzen, die eine gleichmäßige Druckverteilung durch die unterschiedlichen Schnitttechniken erreichen, und mehrschichtige Schaumstoffsysteme.
  • Matratzen mit Microstimulation bestehen aus einer Unterfederung und einer darauf liegenden Schaumstoffmatratze. Während die Unterfederung die Körperbewegungen kompensiert und Mikroimpulse an den Körper abgibt, unterstützt die Schaumstoffmatratze die optimale Druckverteilung. Die Matratze ist mit einem integrierten Prozessor ausgestattet, der dafür sorgt, dass auch kleine Bewegungen des Liegenden in sanfte Gegenbewegungen übertragen werden.

Was es noch zu beachten gilt: Hygiene bei Dekubitusmatratzen

Generell werden Matratzen von Pflegebedürftigen viel mehr strapaziert als von gesunden Menschen. Umso wichtiger ist, dass sich alles rund ums Bett leicht hygienisch sauber halten lässt. Sowohl die Bettmatratze als auch die Überzüge und Auflagen sollten leicht zu reinigen und gleichzeitig atmungsaktiv sein. Das gilt insbesondere, wenn Inkontinenz vorliegt, denn feuchte Haut kann zur Entwicklung eines Dekubitus beitragen. Zudem sollte man bei einer Anschaffung auf schadstofffreie und hautfreundliche Materialien achten.

Generell gilt für alle Dekubitusmatratzen:

Sie ersetzen nicht das kontinuierliche Umlagern eines Pflegebedürftigen. Die Abstände zwischen den Umlagerungen lassen sich aber etwas verlängern.