Menschen, die über längere Zeit liegen und sich selbst nicht bewegen können, sind auf regelmäßiges Umlagern angewiesen. Denn nur so lassen sich Druckstellen und andere Folgeerkrankungen einer Immobilität vorbeugen. Doch für die Pflege bedeutet das einen intensiven Zeit- und Kraftaufwand, da das Umlagern in regelmäßigen Abständen von wenigen Stunden – auch nachts – erfolgen sollte. Das Turn All® System setzt genau hier an und entlastet Pflegekräfte bei der 30°-Lagerung.

Die regelmäßige Entlastung einzelner Körperstellen gehört zu den Grundregeln der Dekubitus-Prophylaxe. Entscheidend sind dabei die Positionierungswechsel – und das in regelmäßigen Abständen. Denn nur so lässt sich der Druck auf einzelne Körperstellen vermindern. Das kann Druckgeschwüre gezielt verhindern oder dabei unterstützen, bereits bestehende Wunden effektiv zu behandeln. Mögliche Kompressionen des Gewebes werden so gelöst und der Blutfluss wiederhergestellt.

Regelmäßige Positionierung kostet Kraft und Zeit

Das Umlagern von immobilen Patienten oder Bewohnern, die rund um die Uhr gepflegt werden müssen, ist in der Pflege jedoch mit einem hohen Kraft- und Zeitaufwand verbunden: Die Betreuung erlaubt kaum Ruhephasen – weder in Kliniken noch in Heimen oder auch bei der Pflege zuhause. Für die Pflegekräfte bedeutet das mehrfache Einsätze in der Nacht, für die Betroffenen selbst eine regelmäßige Störung der erholsamen Schlafphasen. Zudem sind die Pflegekräfte auch körperlich gefordert: Die Lagerung von einer Position in eine andere erfordert einerseits das entsprechende Wissen, aber häufig auch viel Kraft, vor allem bei schwergewichtigen Patienten, sowie Zeit, die an anderen Stellen fehlt.

Genau hier setzt das Turn All® System an: Es unterstützt die Pflege bei der 30°-Lagerung. Diese ist die häufigste Positionierung und fester Bestandteil einer guten Dekubitusprophylaxe, die auch von vielen Betroffenen gut angenommen wird. Ziel dieser Position ist es, eine Körperhälfte des Betroffenen mithilfe einer schiefen Ebene für eine gewisse Zeit komplett zu entlasten.

Automatisierte Lagerung passt unter jede Matratze

Dafür wird das Turn All® System einfach unter die bestehende Matratze des Pflege- oder auch Standardbettes gelegt. Hier platziert, lagert es den Patienten automatisch und in regelmäßigen Abständen um. Möglich wird das aufgrund der auf beiden Seiten befindlichen Kammern, die je nach gewünschter Lagerung regelmäßig mit Luft gefüllt werden. Während sich die Kammern einer Seite komplett mit Luft füllen und so den Patienten gleichmäßig in eine schräge Position (bis zu 30° Grad) heben, strömt auch in die gegenüberliegenden Kammern etwas Luft (bis etwa 5 Grad).

Der hohe “Flügel” stützt den Körper in seiner gesamten Länge vom Fußknöchel bis zur Schulter. Der Gegendruck von der flacheren Seite bietet dem Patienten zusätzlich Unterstützung und Sicherheit. Bevor Turn All® die andere Seite anhebt, wird der höhere „Flügel“ langsam abgesenkt, bis sich die Matratze in einer horizontalen Position befindet. Anschließend schaltet Turn All automatisch auf die andere Seite. Ein Zyklus dauert 90 Minuten.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Sehen Sie hier, wie das Turn All® System im Pflegealltag eingesetzt wird.

Turn All® System spart bis zu vier Stunden Pflegezeit pro Tag

Turn All® ist einfach einzurichten, zu reinigen und zu benutzen. Ein Drehknopf dient zur Bedienung des Timers, der die Zeit für das seitliche Wenden festlegt. Mit der „Ein/Aus“-Taste werden Luftstrom sowie Wechseldruckfunktion gesteuert. Falls die Stromversorgung unterbrochen wird, gibt das System einen akustischen Alarm. Neben der körperlichen Entlastung des Pflegepersonals bietet das Turn All® System auch eine zeitliche Entlastung: So spart das automatische Seitenlagerungssystem bei einem Patienten, der alle zwei Stunden mit einem Aufwand von 15 bis 20 Minuten umgelagert werden muss, drei bis vier Stunden Pflegezeit täglich.

Wichtig für Betroffene: Leise und Sanft

Der komplette Vorgang erfolgt sehr leise und sollte im Schlaf nicht stören. Der Patient wird vorsichtig durch die Struktur der Matratze bewegt. Zudem gibt es dem Patienten ein sicheres Gefühl und verhindert das Auftreten von Scherkräften, was neuen Durchblutungsstörungen und Gewebeverletzungen vorbeugen kann. Das Turn All® System ist auch für Schmerzpatienten eine sehr sanfte Methode, um von einer Position in die nächste zu wechseln.

Auch andere Patienten profitieren vom Turn All® System

Ein gesunder Mensch dreht sich mehrmals pro Stunde, wenn er schläft. Solche Bewegungen sind wichtig: Sie wirken nicht nur druckentlastend, sondern verbessern auch die Durchblutung und stimulieren den Körper generell. Fehlen diese Bewegungen aufgrund von Immobilität, kann das Folgen haben – von Lungenkomplikationen bis hin zu Thrombosebildungen können die Auswirkungen massiv sein. Auch hier kann das Turn All® System aufgrund seiner Fähigkeit, häufige Positionierung und statische Positionierung zu ermöglichen, unterstützend wirken.